Stornierungsrichtlinien

Welche Verbindlichkeit entsteht für dich bei einer Terminvereinbarung?

Ich freue mich, dass du dich für meine Praxis entschieden hast. Bitte beachte, dass mit der Buchung eines Termins bei mir (telefonisch, per E-Mail oder online), ein Vertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zustande kommt (§611ff) und dich somit zur Zahlung des jeweiligen Honorars verpflichtet. Ich bin eine Bestellpraxis, habe also keine offene Sprechstunde mit Wartezeiten – meine Patienten wählen einen passenden Termin, bei dem ich ihnen bis zu 90 Minuten Zeit je Behandlung widme. Nicht wie bei vielen Kassenärzten, wo bei Nichterscheinen einfach der nächste Patient aus dem überfüllten Wartezimmer aufgerufen werden kann.

Wenn also ein Termin nicht wahrgenommen wird, entstehen mir dadurch erhebliche ungedeckte Personal- und Betriebskosten. Deshalb erlaubt mir der Gesetzgeber in solchen Fällen eine Ausfallgebühr zu verlangen, die in etwa den entgangenen Einnahmen entspricht.

Ich kann nicht kommen. Was nun?

Wenn du deinen Termin nicht wahrnehmen kannst, sage bitte so früh wie möglich ab. Erhalte ich deine Absage bis spätestens 48 Stunden vor deinem Termin, ist die Stornierung für dich kostenlos.

Bei kurzfristiger Absage (weniger als 48 Stunden vor Termin), ist deine Stornierung nur dann kostenlos, wenn ich den Ausfall noch durch einen anderen Patienten ersetzen kann. Anderenfalls werde ich eine entsprechende Ausfallgebühr abrechnen. Vergünstigt vorausgezahlte Termine verfallen ersatzlos.

Ich mache es gleich fair und transparent für alle Patienten: 47 Stunden sind keine 48 Stunden :zwinkern:! 

Ich bin plötzlich krank, muss unerwartet arbeiten oder einen Angehörigen versorgen – kann daher die Frist von 48 Stunden nicht einhalten. Was ist dann?

Natürlich gibt es immer wieder triftige Gründe, einen Termin kurz vorher absagen zu müssen – beruflich, familiär, gesundheitlich. Ich verstehe, wenn du in einem solchen Fall absagst. Aber: Das heißt dennoch nicht, dass ich den Termin nicht berechne. Juristen nennen es „Allgemeines Lebensrisiko“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensrisiko). 

Unsere Rechtsordnung besagt, dass jeder Mensch sein allgemeines Lebensrisiko selbst tragen soll und muss. Ich kann dies für meine Patienten leider nicht übernehmen. Terminausfälle durch „verständliche Absagegründe“ nehmen schnell ein Ausmaß an, bei dem ich die daraus entstehenden ungedeckten Personalstunden nicht mehr selbst kompensieren kann. Daher entsteht eine entsprechende Ausfallgebühr jetzt auch in solchen Fällen, vergünstigt vorausbezahlte Termine verfallen auch hier ersatzlos.

Vergleiche es einfach mit einem Konzertticket oder einem Flugticket: Wenn du nicht kommst, weil du plötzlich krank bist oder plötzlich arbeiten musst, verfällt auch dort dein Geld. Das ist ärgerlich, doch ich bitte hier um dein Verständnis.

Ich darf gar nicht aus dem Haus – etwa bei einer Corona-Infektion oder amtlichen Quarantäneanordnung. Das befreit mich doch von Stornokosten?

Es mag überraschend klingen, doch auch das gilt als „Allgemeines Lebensrisiko“ (siehe letzter Abschnitt). In diesem Fall ist der Zutritt in meine Praxis zum Schutze aller sogar untersagt, während gleichzeitig eine Ausfallgebühr zu zahlen ist bzw. der vergünstigt vorausgezahlte Termin ersatzlos verfällt. Du bist dann am Ausfall zwar nicht selbst Schuld, hast diesen aber „zu vertreten“, wie Juristen es nennen.